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Steuern / Verfahrensrecht 
Mittwoch, 07.03.2018

Steuerbescheid kann bei versehentlicher Falscheintragung in der Erklärung geändert werden

Indem ein Steuerpflichtiger Beiträge zum Versorgungswerk in der Anlage “Vorsorgeaufwand” unter der falschen Kennziffer erfasst habe, sei ihm eine offenbare Unrichtigkeit unterlaufen, die sich das Finanzamt zu eigen gemacht habe. Die Bescheide könnten daher geändert werden. So entschied das Finanzgericht Düsseldorf (Az. 13 K 3544/15).

Im vorliegenden Fall leistete der Kläger, ein Notar, 2010 bis 2012 Beiträge an das Notarversorgungswerk. Entsprechende Bescheinigungen des Versorgungswerks fügte er seinen Steuererklärungen für 2010 und 2012, nicht aber für 2011 bei. Er erfasste die Beiträge auf der Anlage Vorsorgeaufwand unter “Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht mit Laufzeitbeginn und erster Beitragszahlung vor dem 01.01.2005 (auch steuerpflichtige Beiträge zu Versorgungs- und Pensionskassen)”. Richtig gewesen wäre die Eintragung unter “Beiträge zu landwirtschaftlichen Alterskassen sowie zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen, die den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen”. Das Finanzamt war den Steuererklärungen des Klägers gefolgt mit der Folge, dass sich die Beiträge in den Jahren 2010 und 2012 nicht und im Jahr 2011 nur im Rahmen der Höchstbetragsberechnung (alte Rechtslage) auswirkten. Den vom Kläger gestellten Antrag auf Änderung der Einkommensteuerbescheide wegen offenbarer Unrichtigkeit lehnte das Finanzamt unter Hinweis auf das Vorliegen eines Rechtsanwendungsfehlers ab.

Das FG Düsseldorf gab jedoch dem Kläger Recht. Indem er die Beiträge zum Versorgungswerk in der Anlage “Vorsorgeaufwand” unter der falschen Kennziffer erfasst habe, sei ihm eine offenbare Unrichtigkeit unterlaufen, die das Finanzamt so übernommen habe. Die mit der fehlerhaften Eintragung der Beiträge verbundene Unrichtigkeit wäre jedoch für das Finanzamt ohne Weiteres erkennbar gewesen. Aufgrund der wiederholt vorgelegten Bescheinigungen sei einem unvoreingenommenen Dritten bekannt gewesen, dass es sich bei den eingetragenen Beträgen um Beiträge an dieses Versorgungswerk gehandelt habe. Einer weiteren Sachverhaltsermittlung habe es daher nicht bedurft. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für einen Rechtsirrtum des Klägers. Daher könnten die Bescheide geändert werden.

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