Lehmann & Piekarek - Steuerberater

Lehmann & Piekarek - Steuerberater

Infothek

Zurück zur Übersicht
Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 07.03.2018

Berechnung von Balkonen, Terrassen und Wintergärten nach Wohnflächenverordnung nur zu einem Viertel als Wohnfläche

Entgegen einer weit verbreiteten Praxis sind die Flächen von Balkonen, Terrassen und Wintergärten in Berlin nur zu einem Viertel und nicht zur Hälfte zu berücksichtigen, um die Wohnfläche zu berechnen. So entschied das Landgericht Berlin (Az. 18 S 308/13).

Ein Berliner Vermieter klagte gegen seinen Mieter auf Zustimmung zur Mieterhöhung. Der Vermieter hatte die beiden Balkone der Wohnung jeweils zur Hälfte zur Wohnfläche hinzugerechnet. Dagegen wandte sich der Mieter.

Das Landgericht holte mehrere Sachverständigengutachten ein. Danach sei die Größe der Wohnung nach der örtlichen Verkehrssitte zu ermitteln. Hier habe die Mehrheit der Befragten auch für den – wie hier – nicht preisgebundenen Wohnraum die eigentlich nur für den preisgebundenen Wohnraum geltende Wohnflächenverordnung angewandt. In der Verordnung sei ausdrücklich festgelegt, dass die Flächen von Terrassen, Balkonen und Wintergärten nur zu einem Viertel angerechnet werden könnten. Das Landgericht entschied deshalb zugunsten des Mieters.

Gegen das Urteil wurde Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt (BGH-Az. VIII ZR 33/18).

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.