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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 09.03.2018

Aufprall auf Glasscheibe vor Giraffengehege - kein Schmerzensgeldanspruch gegen Tierpark

Das Amtsgericht München entschied, dass eine Verletzung durch den Anprall auf eine Panzerglasscheibe vor dem Giraffengehege keinen Schmerzensgeldanspruch gegen den Tierpark begründet (Az. 158 C 7965/17).

Im vorliegenden Fall hatte sich die Klägerin beim Anprall an die Absperrscheibe zum Giraffengehege im Münchner Tierpark eine 1 cm große Prellmarke am Nasenbein, Nasenbluten und Kopfschmerzen zugezogen. Neben Schmerzensgeld machte die Klägerin die Pauschale für den Schadensregulierungsaufwand von 25 Euro sowie die nutzlos aufgewendeten Kosten für die Eintrittskarte geltend. Aufgrund der Sonneneinstrahlung, die zu Spiegelungen geführt habe, sei der Klägerin ein Erkennen der Glasscheibe nicht möglich gewesen. Die Beklagte hätte mit Warnschildern darauf hinweisen müssen, dass Gehege und Besucherbereich durch eine Glasscheibe getrennt sind.

Das AG München hat den Antrag der Klägerin auf Zahlung von 539 Euro abgewiesen. Die Beklagte habe ihre Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt. Nach Auffassung des Gerichts begründet eine Gefahrenquelle eine Haftung des Verantwortlichen erst, wenn sich aus der zu verantwortenden Situation vorausschauend für einen sachkundig Urteilenden die nahe liegende Gefahr ergebe, dass Rechtsgüter Dritter verletzt werden könnten. Anderenfalls falle eine gleichwohl eintretende Schädigung in den Risikobereich des Verletzten.

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