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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 09.01.2018

Fahrrad-Fahrer bei Dunkelheit ohne Licht haftet trotz Vorfahrt bei Unfall mit

Wer bei Dunkelheit ohne Licht Fahrrad fährt, muss nach einem Unfall mithaften, selbst wenn er auf der Vorfahrtsstraße fuhr. So entschied das Oberlandesgericht Hamburg (Az. 14 U 208/16).

Im vorliegenden Fall wollte ein Fahrrad-Fahrer bei Dunkelheit in eine Vorfahrtsstraße einbiegen. Dabei erschrak er, weil plötzlich ein anderer Radfahrer auftauchte, der die Vorfahrtsstraße befuhr – jedoch ohne Licht. Der Einbiegende fiel hin und verletzte sich. Er forderte vom Unfallgegner ein Schmerzensgeld, was dieser verweigerte. Er habe Vorfahrt gehabt. Das fehlende Licht führe nicht zu einem Verschulden.

Das Gericht entschied, dass zwar derjenige, der in einen fließenden Verkehr auf die Vorfahrtsstraße einfährt, erhöhte Sorgfalt walten lassen und sichergehen muss, dabei keinen anderen zu gefährden. Hier spiele es bei der Haftungsfrage auch eine Rolle, dass der andere Radfahrer kein Licht anhatte und bei normaler Straßenbeleuchtung schlecht erkennbar gewesen sei. Das Fahren mit Licht diene nicht nur zum Selbstschutz, sondern auch der Sicherheit der anderen. Daher sei dem Fahrrad-Fahrer ohne Licht eine Mitschuld von 30 Prozent zuzurechnen.

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